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Der Film

Braucht eine Frau zwingend einen Mann, um ein Kind zu bekommen? Und wird er automatisch zum Vater, wenn es zur Zeugung mit seinem Samen kommt? Die Filmemacherin Marina Belobrovaja hat einen radikalen Weg zur Mutterschaft gewählt, über den viele alleinstehende Frauen nachdenken, ihn aber doch nicht gehen. In MENSCHENSKIND! setzt sie sich, ausgehend von der Zeugungsgeschichte ihrer Tochter mit Hilfe eines Samenspenders, mit den bestehenden  gesellschaftlichen Vorstellungen, Rollenmustern und Konventionen rund um Elternschaft und Familie auseinander.

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Die Crew

Buch & Regie
Marina Belobrovaja
Kamera
Gabriela Betschart, Kaleo La Belle, Christoph Walther,

Sergei Freedman & Marina Belobrovaja
Ton
Bruce Wuilloud & Benoit Frech
Montage & Dramaturgie
Tania Stöcklin
Musik
Trixa Arnold & Ilja Komarov
Tonmischung & Sounddesign
Guido Keller 
Picture Design
Patrick Lindenmaier
Produziert von
Gabriela Bussmann | GoldenEggProduction
in Koproduktion mit
SRF | SRG SSR
mit der Unterstützung von
Zürcher Filmstiftung
Cinéforom & Lotterie Romande
Suissimage Kulturfonds

Volkart Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Fondation Suisa

Verleih Schweiz
Valerio Bonadei | Filmbüro
Weltvertrieb
Jean-Michel Trèves | JMT Films

 

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Die Beweggründe

Meine Geschichte ist keineswegs einzigartig. Im Gegenteil, ich habe einfach das durchgezogen, worüber viele in vergleichbarer Situation nachdenken, es aber nicht tun – beispielsweise aus Angst, ihren Kindern kein angemessenes Leben bieten zu können oder aus der Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen zu werden. Doch wenn heute kinderlose – und seit kurzem endlich auch lesbische! – Paare immer öfter Hilfe der Samenbanken beanspruchen, wenn sich immer mehr Familien mit zwei Müttern oder Vätern zu ihrer Lebensform bekennen und die Leihmutterschaft zwar noch nicht in der eidgenössischen Gesetzgebung, aber schon längst in der Schweizer Wirklichkeit angekommen ist, dann ist es an der Zeit, das Konzept der Kleinfamilie als die einzig adäquate Form der Elternschaft zu verabschieden. Denn unabhängig davon, welchen Lebensentwurf jede*r von uns für sich beansprucht, sind sie alle Teil einer vielfältigen Wirklichkeit und sollen daher offen und legal gelebt werden können. Dass meine und unsere Geschichte nicht veränderbar ist, ist eine Tatsache. Nicht zuletzt deswegen besteht das Anliegen dieses Films in einer aufmerksamen Reflexion der vielen Fragen und Widersprüche, die sich sowohl in Hinblick auf meine Entscheidung, auf diese Weise Mutter zu werden, als auch im Zusammenhang mit dem Entschluss, unsere Geschichte filmisch zu verarbeiten, stellen. Wenn ich mich heute frage, was meine Tochter in absehbarer Zukunft von ihrer Herkunft, aber auch von diesem Film halten wird, kann ich das nur soweit beantworten, dass ich als Mutter dem Alter und der Reife meiner Tochter entsprechend offen mit unserer Familiengeschichte umgehe und dass ich als Filmemacherin diesen Film nicht zuletzt auch deswegen machen musste, um meiner Verantwortung ihr gegenüber gerecht zu werden. 

 

Marina Belobrovaja